Dienstag, 13. Januar 2009

Privatrenten: Ex-Ministerpräsident Dänemarks spricht im Bezug auf Deutschland davon, „dass man mit dem Geld, das man in Pensionsfonds anlegt, seine eigene Kündigung finanziert.“

Im Rahmen der ZDF-Sendung „Frontal 21“ wurde Poul Nyrup Rasmussen, der ehemalige Ministerpräsident Dänemarks zum Thema „Private-Equity-Firmen“ befragt. Seine Schilderung über deren Geschäftsgebaren ließe sich mit dem Wort „Wirtschaftsvampire“ treffend beschreiben:

“Wir wissen jetzt …, dass 70 Prozent der Unternehmen, die in der jetzigen Krise Probleme haben, diese Probleme nur deshalb haben, weil sie Private-Equity-Gesellschaften gehören oder vor kurzem von Private-Equity-Gesellschaften verkauft wurden …70 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen sind auf eine Überschuldung aufgrund von Private-Equity-Investitionen zurückzuführen … Über die Hälfte aller Unternehmensanleihen werden mittlerweile mit B- bewertet, sind also so genannte Junk Bonds, und das kommt daher, dass sich diese Unternehmen im Besitz von Private-Equity-Fonds befinden (…)
Und schließlich sollten wir uns wirklich fragen, ob es künftig sinnvoll ist, dass Pensionsfonds in Private-Equity-Fonds investieren. 40 Prozent des Kapitals der Private-Equity-Gesellschaften stammt von Pensionsfonds, von Unternehmen mit betrieblicher Altersversorgung oder Rentenversicherungen. In Deutschland kann man teilweise davon sprechen, dass man mit dem Geld, das man in Pensionsfonds anlegt, seine eigene Kündigung finanziert.”

Anmerkung: In welch pervertiertem Staat leben wir eigentlich, in dem die Regierung unisono mit den Medien genau diese Art von Geschäften gesetzlich und medial gefördert hat und gleichzeitig über Heuschrecken schimpft? Diese Heuchelei ist und bleibt unerträglich. Ist diese Art parasitären Befalls gesunder Unternehmen die vielbeschworene Nachhaltigkeit? Warum sind die aktuelle und die letzte Regierung auch noch stolz auf die "Auflösung der Deutschland-AG"?
Die Beschreibung von manchen Wirtschaftssubjekten als Heuschrecken war durchaus zutreffend. Gegen diese dann aber nicht nur nichts zu unternehmen, sondern gar noch die Gesetze dahingehend zu lockern, daß solche Raubgeschäfte noch gefördert werden, spricht Bände über die Verfilzung der - neben der Rüstungsindustrie - widerwärtigsten und abstoßendsten Elemente dieses Wirtschaftssystems mit der Regierung, die immer wieder aufs neue ihren Amtsschwur bricht, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Worte ohne Taten – ein Vorgeschmack auf den Bundestagswahlkampf. Was uns mit einer weiteren wirtschaftshörigen Regierung nach den Wahlen stattdessen erwarten könnte, ließ der frühere Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, am 16. Dezember 2004 auf Phoenix blicken:
“Am 9.September 1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht. Hartz V bis VIII werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf, und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum noch wahrzunehmen ist!”
Diese Republik ist zu einer Wirtschaftsdiktatur verkommen. Es ist Zeit, aus der medialen Dauerhypnose zu erwachen und endlich eine echte Demokratie von dem Volk und für das Volk einzufordern! Wieviel lassen sich die Bürger dieses Landes nach den staatlichen Bankenmilliarden, für deren Zinsen jeder Steuerzahler bluten muß, noch bieten?

Link hierzu:
Frontal 21 - Schaden durch Gier

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