Donnerstag, 14. Oktober 2010

Wiener Wirtschaftswissenschaftler über Zukunft nach absehbarem Totalcrash in den nächsten 3 Jahren

Dieses bahnbrechende Interview handelt von Banken, die (alle) Geld aus der Luft erfinden, dafür aber reale Werte verlangen, von dem unvermeidlichen Crash des Euro 2011 und dem immanenten weltweiten Totalzusammenbruch des jetzigen Wirtschaftssystems um 2013, von dogmatischen Wirtschafswissenschaftlern, die nur das jetzige System fortschreiben können und unfähig sind, jegliche Alternativen in Betracht zu ziehen, von dem Ende des Geldes, von Zinsen, die nur das Eigentum belohnen, nicht jedoch echte Leistung, von den angeblich freien Märkten, die nur Blasenmaschinen für die Eliten sind, von der Notwendigkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Dieses Interview mit FRANZ HÖRMANN (namhafter Professor am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien) wurde am 13.10.2010 veröffentlicht von der österreichischen Variante des „Spiegel“, dem „Standard“. Unter dem Interview in der Online-Ausgabe gab es einen derart grandiosen Zuspruch zu den Thesen des Professors in über 2000 Leserkommentaren – soviel rekordverdächtige Seitenaufrufe und Leserkommentare in nur wenigen Stunden zeigen, daß die Leser schon wesentlich weiter sind mit ihrem Wunsch, daß ganze korrupte Geld- und Wirtschaftssystem gegen eines der vielen besseren Alternativen komplett auszutauschen, anstatt das bisherige durch kosmetische Korrekturen noch weiter am Leben zu erhalten. Um es mit einem anderen Kritiker des Weltfinanzsystems, Max Keiser, auszudrücken: Gebt dem jetzigen System endlich Sterbehilfe! Befreit uns davon!
Doch nun zum Best-off des Interviews mit dem Professor:

derStandard.at: Sie gehen davon aus, dass sich Gesellschaft und Wirtschaft in den kommenden Jahren völlig verändern werden. Hat unser derzeitiges Finanz- und Wirtschaftssystem ausgedient?

Franz Hörmann: Definitiv in jeder Hinsicht. Weil wir aus Sicht der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften Modelle verwenden, die auf die alten Römer zurückgehen. Das Zinseszinssystem stammt aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, die doppelte Buchhaltung aus dem 15. Jahrhundert. Und es gibt keinen Bereich unserer Gesellschaft und der Wissenschaften, wo Methoden dieses Alters überhaupt noch ernst genommen werden. Aber es dient dazu, gesellschaftliche Eliten mächtig und reich zu erhalten, deswegen ändert sich nichts.

derStandard.at: Läutete die Krise nun ein Umdenken ein?

Hörmann: Das denke ich schon. Die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld. Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind. […]

derStandard.at: Den Banken und dem Finanzsystem zu vertrauen ist also ein Fehler?
Hörmann: Das Vertrauen ist ja in den letzten Jahren von den Banken systematisch missbraucht worden. Es gibt ein systemisches Betrugsmodell einer Institution, der in unserem Wirtschaftssystem das Monopol zur Geldschöpfung über Kredite eingeräumt wird. Solange man mit Eigenkapital als Sicherheit zur Bank geht und die erzeugt aus Luft echtes Geld, das eine Zahlungsmittelfunktion hat, haben wir ein Problem. Eigenkapital ist eben kein Geld, es ist eine Rechengröße. […] Auch Staaten können sich daher in Wirklichkeit gar nicht verschulden. Ein Staat, wenn man ihn als Summe des gesamten Geldflusses versteht, wo soll sich der verschulden? Warum gerade bei einer Privatbank? Ein Staat müsste sein Geld eigentlich selbst erzeugen, und zwar basisdemokratisch.

derStandard.at: Was ist dann von einer Rettung wie im Falle Griechenlands zu halten?

Hörmann: Die europäischen Länder haben nicht unbedingt die Griechen gerettet, sondern ihre eigenen, in erster Linie die deutschen Banken, die hier absurde Kredite vergeben haben. Die Zusammenhänge sind auch völlig absurd, wenn man sich Folgendes überlegt: Der Staat verschuldet sich bei den Banken, um die Zinsen der Schulden, die er bei den Banken hat, zu begleichen oder um die Banken zu retten, bei denen er selber Schulden hat. Da versteht ja keiner mehr, wer eigentlich bei wem Schulden hat und was Schulden eigentlich sind.

derStandard.at: Die Systemrelevanz von Banken und das "too big to fail"-Argument und die Bankenrettungspakete sind für Sie also reines Eigeninteresse?

Hörmann: Das "Too big to fail" ist ja ein Geschäftsmodell. Es gibt erwiesenermaßen die gezielte Absicht, Banken durch Übernahmen immer größer zu machen, damit sie "too big to fail" werden. Die Verknüpfungen zwischen Finanzwirtschaft und Politik sind enorm. Eigentlich kann man Regierungen, die aus aktiven oder früheren Mitarbeitern des Finanzsystems bestehen, gar nicht ernst nehmen. […] Die Bankenrettungspakete sind überhaupt wahnsinnig witzig: Die Banken wurden nicht gerettet, es gibt nur einen Plan für die Zukunft, von dem man heute schon weiß, dass er nicht funktionieren wird, denn die Gelder müssen ja erst in den kommenden "Sparpaketen" mittels Steuererhöhungen von den Bürgerinnen und Bürgern einkassiert werden. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

derStandard.at: Aber noch gibt es sie.

Hörmann: Wenn wir uns die Kredite anschauen, können wir sie ignorieren. 1969 hat ein amerikanischer Architekt einen Prozess gewonnen, weil er seinen Hypothekenkredit nicht zurückzahlen wollte. Er hat sich auf den Rechtsgrundsatz berufen, dass in einer Leihe, wo ein Gegenstand erst entsteht, der vorher noch nicht vorhanden war, dieser Gegenstand auch nicht zurückgegeben werden muss. Da also in der Kreditschöpfung das Geld erst erzeugt wird, gibt es keinen Grund, diesen Kredit zurückzuzahlen. In den USA gibt es schon Bürgerrechtsbewegungen, die den Amerikanern empfehlen, sich zusammenzuschließen und Kredite nicht mehr zurückzuzahlen.

derStandard.at: Kommen wir noch einmal auf die Bilanzen zurück. Das Problem fängt Ihrer Ansicht nach schon hier an?

Hörmann: Es mangelt an der Abzählbarkeit der Größen, die in Bilanzen verwendet werden. Jemand, der ein Haus um zwei Millionen statt um eine Million kauft, weil er schlecht verhandelt hat, hätte dann ein um eine Million höheres Eigenkapital? Und wenn er jemanden findet, der es um zehn Millionen kauft, ist das dann ein Marktpreis? Es ist krank. […] Es ist ein flächendeckender Betrug über Kapitalgesellschaften und Banken in unserem Wirtschaftssystem. Aber das darf die Politik nicht zugeben, weil es zu nahe an jene Formulierungen heranreicht, die früher die Marxisten verwendet haben. Und das wäre ja allzu peinlich. […]

derStandard.at: Derzeit werden die Stimmen, dass beispielsweise der Euro verschwinden wird, immer lauter. Brauchen wir Geld überhaupt noch?

Hörmann: Alle Währungen werden verschwinden, weil sie technisch nicht mehr funktionieren können. Ich schätze, dass es schon 2011 so weit sein wird. Wenn wir uns aber in eine neue Gesellschaft ohne Geld retten wollen, brauchen wir als Übergangphase mehrdimensionales Geld. Wir brauchen mehrere unabhängige Rechnungskreise in Form spezialisierter elektronischer Gutscheine. Um die Grundversorgung der Menschen abzudecken, wie Wohnraum, Energie, Lebensmittel usw., könnte man eine Inventur in den einzelnen Ländern aller verfügbarer Ressourcen und des Bedarfs machen. Dann wäre es notwendig, die vorhandenen Ressourcen pro Kopf so zu verteilen, dass für den Basislebensstandard alle versorgt sind. Hier müssen alle kooperieren, ohne dass sie in ein gewinnorientiertes Tauschkonzept verfallen. Die Gemeinschaft muss ohne Wenn und Aber und ohne Gegenleistung Kinder, alte und kranke Menschen erhalten, und alle müssen mit diesem Grundlebensstandard versorgt werden, egal welche oder ob sie überhaupt eine Leistung vollbringen.

derStandard.at: Wir sprechen also von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

Hörmann: Genau. Aber nicht in Geld, sondern in Gütern und Dienstleistungen. Im Bereich des Luxus kann die Gesellschaft dann basisdemokratisch entscheiden, für welche individuellen oder Gruppenleistungen Preise ausgeschrieben werden. Für tolle Erfindungen zum Beispiel, oder besonders schwierige oder mühsame Arbeiten. Das ist dann der Ansporn in einem motivierenden, leistungsorientierten Anreizsystem. Es reden ja alle von der Leistungsgesellschaft, aber Zinsen- und Dividendeneinkommen sind keine Leistung, sondern eine Vergütung für Eigentum. Da Geld sowieso eine gesellschaftliche Konstruktion ist, müssen wir uns nicht an der toten Materie orientieren, die in früheren Jahrtausenden die praktische Manifestation von Geld war. Geld selbst besitzt ja lediglich eine Informationsfunktion.

derStandard.at: Noch nehmen wir das Geld aber sehr ernst. Währungskrieg und Währungskrisen geistern durch die Medien.

Hörmann: Der wirkliche Skandal ist, dass unser gesamtes Geldsystem auf Schulden basiert. Das heißt, die Geldschöpfung funktioniert zu 97 Prozent in den Geschäftsbanken. Auch Staaten nehmen so Kredite auf: Die Zentralbanken machen das durch eine Bilanzverlängerung. […] Die chinesische Staatsbank erfindet auch Geld aus Luft, nur lustigerweise, ohne dass eine Staatsschuld entsteht. Das sollten wir auch machen. Der chinesische Wirtschaftswissenschafter Wu hat bei einem Vortrag an einer amerikanischen Universität gesagt: Er werde oft gefragt, warum es in China so viele Unternehmensgründungen gegeben hat. Die chinesische Staatsbank habe Gründungskredite hergegeben, die waren unverzinst und mussten nicht zurückgezahlt werden. Das kann man natürlich nur als Zentralbank machen, wenn man einseitig bucht und nicht gleichzeitig Schulden erzeugt. Und wenn man dann sagt: Um Gottes Willen, dann gibt's ja Inflation! Das haben die Chinesen über eine Preisregulierung gesteuert und waren damit wieder die Schlaueren. Das will aber bei uns keiner hören, weil das geht gegen das Dogma der freien Märkte, die Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten sind.

derStandard.at: Ist China da wirklich ein Vorbild?

Hörmann: Die Chinesen machen es richtig. Sie picken sich aus den beiden politischen Systemen jeweils die Rosinen raus und sind offenbar so flexibel zu sagen: Das, was in unserem alten System gut funktioniert hat, behalten wir bei. Und das, was im kapitalistischen System gut ausschaut, das übernehmen wir. Es ist eine Mischform, die sich noch dazu laufend weiter entwickelt, also einer Evolution unterliegt. Aus Sicht der Elite in China ist es einfach, solange sie es so steuern kann. Ob es für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für die Landarbeiter so einfach ist, ist eine andere Frage.

derStandard.at: Wo sehen Sie unser Wirtschaftssystem nun in Zukunft?

Hörmann: Solange Eigentümer etwas produzieren, damit Konsumenten es gegen Geld kaufen, werden wir in absehbarer Zeit in einen Zustand geraten, wo die öffentliche Hand, die Gelderzeuger, die Konsumenten dafür bezahlen müssen, dass sie einkaufen gehen. Nur dann werden die Eigentümer noch ihre Gewinne erzielen können. Denn durch Arbeit in immer stärker rationalisierten und automatisierten Prozessen wird kein Mensch mehr sein Einkommen verdienen können. Wir wissen, dass zehn Prozent der berufstätigen Bevölkerung von ihren Arbeitseinkommen nicht mehr leben können. In Wirklichkeit müssten wir darüber in Freude ausbrechen. Zu Beginn der Industrialisierung war die betriebswirtschaftliche Maßgröße eingesparte Arbeitsstunden. Und genau das ist die einzig sinnvolle ökonomische Größe.

derStandard.at: Sie wünschen sich also eine neue Weltordnung?

Hörmann: Globalisierung richtig verstanden, bedeutet, dass es keine Standortpolitik mehr gibt. Es gibt nur einen Standort, und das ist der Planet Erde. Und es gibt auch nur eine Nation, das ist die Menschheit. Diese ist natürlich vielfältig, und muss liebevoll und empathisch miteinander kommunizieren. Wir müssen auch die Vertreter der sogenannten Elite dort abholen, wo sie heute stehen. Wir dürfen keine Sündenböcke suchen. Denn wir müssen ihre Verlustängste berücksichtigen und sagen: Ihr werdet zwar etwas verlieren, aber das sind nur Zahlen auf Papier oder Displays. Und wenn ihr mitarbeitet, dann können wir jede Form von Lebensstandard schaffen und zwar für eine breite Bevölkerung. Das schafft dann auch Sicherheit, weil es keinen Neid mehr geben wird.

derStandard.at: In welchem Zeithorizont denken Sie an diese neue Gesellschaftsordnung?

Hörmann: Drei Jahre. Die Frage ist nämlich, schafft es die Menschheit, in drei Jahren dieses Konzept umzusetzen oder wird sie gar nicht mehr bestehen. Wir haben nämlich massenhaft ökologische und soziale Probleme, in vielen Ländern stehen wir kurz vor der Revolution.

derStandard.at: Sie reden also vom ultimativen Crash?

Hörmann: Richtig. Wie die Gesellschaft in Zukunft leben wird oder will, kann nur die Gesellschaft selbst entscheiden und zwar nach dem Mehrheitsprinzip. Das geschieht demokratisch in der Vernetzung. Hierarchische Strukturen können aus informationstheoretischer Sicht nie funktionieren, weil die Personen an der Spitze der Pyramide das Wissen nicht haben. Sie werden von den Schichten darunter permanent belogen. Wie man sich als einfacher Bürger gegen Überwachung oder Schikanen wehren kann, ist bekannt: Man lügt die Mächtigen einfach an. Daher brechen sämtliche hierarchische Systeme, ob das Regierungen, Staaten, Schulsysteme oder Unternehmen sind, momentan zusammen und die Menschheit vernetzt sich über das Internet auf einer Ebene neu, über das "global brain". Hier entstehen dann völlig neue Spielregeln nach dem Prinzip der Emergenz.

Link zum Original-Interview mit Professor Hörmann (und den zustimmenden Leserkommentaren darunter):
"Banken erfinden Geld aus Luft"

Link zum absehbaren Verriss des Interviews durch einen strammen Neoliberalen (viel interessanter sind auch hier die Leserkommentare darunter, die wesentlich intelligenter sind als die übliche Argumentation der Vertreter des krankhaften Ist-Zustands):
"Der Professor als Phantast"

Dienstag, 12. Oktober 2010

Mitternachtsspitzen / WDR - Pispers & Schmickler über aktuelle Entwicklungen

Volker Pispers versucht, einen roten Faden bei der Atomkraft, den Leiharbeitern, der Moslemdebatte, den Ärzteeinkünften und den Wirtschaftsprognosen zu finden:


Wilfried Schmicker - das Schweigen der Mehrheit (Spezies der Feiglinge, Duckmäuser und Mitläufer):


Donnerstag, 23. September 2010

Water Makes Money - Trailer zum Film gegen Wasserprivatisierung

Beschreibung von www.watermakesmoney.org:
Als unverzichtbares Grundnahrungsmittel war Wasser immer ein öffentliches, kommunal verwaltetes Gut. Auch heute noch ist die Wasserversorgung weltweit zu mehr als 80% in öffentlicher Hand.
Derzeit jedoch klopfen überall die weltgrößten Wasserkonzerne Veolia und Suez an die Tür finanziell klammer Kommunen. Allein Veolia - erst 2003 als Nachgeburt des größten finanzpolitischen Crashs in der Geschichte Frankreichs aus Vivendi Universal entstanden - ist heute in mindestens 69 Ländern auf allen fünf Kontinenten präsent und damit die unbestrittene No. 1 in der Welt der privaten Wasserversorgung. Auch in Deutschland hat Veolia es in kürzester Zeit geschafft, mit der Beteiligung an Wasserwerken von 450 deutschen Kommunen zum größten Versorger des Landes im Trink- und Abwasserbereich aufzusteigen. Tag für Tag melden die französischen Globalplayer neue Eroberungen. Sie versprechen Effektivität, günstigere Finanzierungsmöglichkeiten und auch Nachhaltigkeit. Nur in der Heimat der Konzerne, in Frankreich, glaubt ihnen kaum noch jemand...


Mittwoch, 15. September 2010

ZDF Frontal: Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR

Diese Reportage beleuchtet eins der größten wirtschaftsverbrechen Deutschlands, unter dem das Land, die Bürger und die Staatskasse noch jetzt leiden. Es geht um nichts geringeres als die kalte Enteignung der Bürger Ostdeutschlands. Ihnen hatten die volkseigenen Betriebe, die Kombinate und Staatsbanken gehört. Doch statt jedem Bürger der ehemaligen DDR den gerechten Anteil dafür auszuzahlen (ca. 37500 DM entspricht dem Anteil pro Person ausgehend von der Rechnung 600 Milliarden DM geteilt durch 16 Millionen DDR-Bürger), wurden sie um diesen Anteil betrogen. Von wem, mit welchen Mitteln und wer davon hauptsächlich profitierte (die Banken der westlichen Bundesländer z.B.), berichtet diese Reportage des investigativen ZDF-Magazins Frontal.
Wer verstehen will, warum sich so viele Bürger der östlichen Bundesländer betrogen fühlen durch die Geschehnisse der Wendezeit, dürfte hiermit eine gute Zusammenfassung sehen:

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Verramscht, zerschlagen, abgewickelt - für Kritiker begann mit der Gründung der Treuhandanstalt vor 20 Jahren der Ausverkauf der DDR:
Tausende volkseigene Betriebe wurden geschlossen, Millionen DDR-Bürger arbeitslos, ganze Regionen Ostdeutschlands deindustrialisiert.
Noch heute tragen deutsche Steuerzahler an den Folgen des gnadenlosen Privatisierungseifers der damals mächtigsten Behörde - der Treuhandanstalt.
Sie hinterließ einen Schuldenberg von 256 Milliarden D-Mark. Doch wie konnte aus dem Wert der DDR-Betriebe, den Treuhandpräsident Rohwedder damals auf 600 Milliarden D-Mark schätzte, ein Milliardendefizit werden? Dieser Frage geht die Frontal21-Dokumentation "Beutezug Ost" nach.

Sonntag, 5. September 2010

World Trade Center Gebäude 7 - neues Video mit Explosion

In diesem Video des Zusammenbruchs von World Trade Center 7 hört man in Sekunde 11 zuerst eine Explosion, dann sieht man Explosionen aus den Fenstern schießen und dann das dritte Hochhaus am 11. September zusammenfallen.
Die Relevanz liegt darin, daß dieses Gebäude ohne eine sorgfältig geplante und lange vorbereitete Sprengung nicht zielgenau auf seinen eigenen Grundriß zusammenfallen kann, ohne benachbarte Gebäude zu schädigen. Diese Sprengung stellt die gesamte offizielle Geschichte zum Tatverlauf des 11.- Septembers 2001 in Frage.



Freiheit statt Angst 2010 - offizieller Videotrailer zur Demo am 11.September

Kommt zahlreich! Wir wollen keinen Schnüffel- und Überwachungsstaat!


Revolutionen - eine Gebrauchsanleitung

Sicher ist nicht alles auf Deutschland übertragbar, auch sollten andere Finanzierungswege gesucht werden als reaktionäre US-Stiftungen, aber dieser Beitrag von arte zeigt auch vieles, daß kreative Anstöße für Deutschland geben kann.
Teil 1/6:

Teil 2/6:

Teil 3/6:

Teil 4/6:

Teil 5/6:

Teil 6/6:


Donnerstag, 2. September 2010

Was ist los in diesem Land?


Was ist los in diesem Land? Diese Frage stelle ich mir auch oft. Einerseits ist die Situation recht klar – andererseits: warum geschieht nichts, um die immer gravierenderen Mißstände in diesem Land zu beheben? Warum wird – wie jetzt beim „Sparpaket“ der Bundesregierung – bei den Ärmsten gekürzt, während die Verursacher der Krise ungeschoren davon kommen und schon wieder oberlehrerhaft bereitstehen, um der überwiegenden Mehrheit des Landes zu „erklären“, warum der Gürtel wieder enger geschnallt werden muß, während sie selbst schlimmer prassen, als vor dem Beginn des Crashs des Weltfinanzsystems. Dieser Crash ist noch nicht abgeschlossen. Derzeit befinden wir uns in der Phase der „Scheinerholung“, die auch schon in der Depression der 30’er Jahre des letzten Jahrhunderts auftrat und damals von der Presse als untrügerisches Ende der Krise hochgejubelt wurde. Leben wir in einer Bankendiktatur, die sich ihre Gesetze selbst schreibt? Warum akzeptieren wir es, daß wir direkt und indirekt durch die Erfindung des Zinses ausgenutzt werden, während nur die wenigsten davon profitieren? Warum wechseln wir nicht endlich zu einer der unzähligen besseren Alternativen, wie z.B. Freigeld, wie es das heute schon regional gibt und bundesweit ausgedehnt werden könnte? Warum verstaatlichen wir nicht die Banken und Energiekonzerne, zerschlagen sie in einzelne, demokratisch kontrollierbare Teile und verwenden ihre Profite zur Finanzierung des Sozialstaates, für ein hervorragendes Gesundheits- und Bildungssystem?
Doch es geht in diesem Clip auch um andere wichtige Fragen: Warum beteiligt sich Deutschland an Kriegseinsätzen, in denen die NATO-Partner Uranmunition verschießen und damit einen Genozid an der dortigen Bevölkerung verüben und die eigenen Soldaten ebenfalls den Uranstaub einatmen zu lassen, der dann für Mißbildungen bei ihren Kindern sorgt? Diese schreiende Ungerechtigkeit ist unfaßbar! So unfaßbar, daß die meisten Menschen es nicht wahrhaben wollen. Doch nicht jeder schaut weg. In Italien haben Soldaten, die dem Uranstaub ausgesetzt waren und nun mit Krebserkrankungen konfrontiert sind, vor Gericht hohe Entschädigungen erstritten. Belgien hat den Einsatz dieser Waffe verurteilt. Uranstaub bildet sich beim Verschießen von Munition mit abgereichertem Uran und verteilt sich weitflächig in der Luft, auf dem Boden und überschreitet auch Ländergrenzen – wir schießen uns damit ins eigene Knie – ein Anstieg der Krebsrate und Mißbildungen sind die Folge.
Es ist unentschuldbar und muß als Verbrechen gegen die Menschheit geahndet werden. Und wo steht Deutschland? An der Seite derjenigen, die Uranmunition verurteilen und ihre sofortige Abschaffung und die schrittweise Dekontamination der betroffenen Gebiete einzuleiten? Nein. Deutschland steht an der Seite derjenigen, die dieses Gift mit einer Halbwertszeit von über 4 Milliarden Jahren (nach dieser Zeit ist gerade mal die Hälfte der Radioaktivität abgebaut) benutzen. Wir stehen an der Seite der Regierungen, die aktiv Genozid betreiben! Afghanistan, Irak (besonders heftig ist Falludscha verseucht) und schon früher Serbien – dort wird in den Krankenhäusern schon jetzt sichtbar, was angerichtet wurde.
Es fällt mir wirklich schwer, nicht emotional bei diesem Thema zu werden, denn wie kann man nur so kaltblütig nicht nur gegenüber seinen Feinden, sondern gegenüber seinen eigenen Mitmenschen sein? Welch unfaßbare Dimension hat dieses Verbrechen, wenn man einbezieht, daß noch die Kinder, Kindeskinder und unzählige weitere Generationen darunter leiden werden bzw. erst gar nicht geboren werden?
Wie die Geschichte über den letzten von Deutschland verübten Genozid geurteilt hat, wissen wir und lehnen daher in allen Umfragen Kriegseinsätze mit deutscher Beteiligung ab (ca. 80% sind dagegen). Die Bundesregierung ignoriert diesen breiten Willen des Souveräns. Wem dient dann diese Regierung wirklich, wenn nicht uns? Und sollten wir daran nicht schnell etwas ändern, bevor die Geschichte wieder ein Urteil über uns fällt, daß selbst Generationen später noch an den Menschen dieses Landes haften wird wie eine Schande, die nicht vergeht?

Montag, 16. August 2010

Nachhilfe in Demokratie und Wirtschaft für Merkel: wer wirklich den Gürtel enger schnallen muß



Die Bundesregierung wird wohl leider weiterhin lieber dem neoliberalen Dogma vertrauen, egal, wie oft es noch an der Realität scheitert. Die politische Kaste ruiniert für Zusatzprofite der Oberschicht die gesamte Volkswirtschaft, stranguliert die Nachfrage und damit den Binnenmarkt mit jeder Reform mehr (siehe letzter Artikel). Willkommen im ökonomischen Irrenhaus Europas, in Deutschland - wo wachsende Armut, Dumpinglöhne und Sozialabbau nicht etwas schlechtes, sondern erstrebenswerte "Anreize zur Arbeitsaufnahme", "Lohndifferenzierung" und "zukunftssichernde Reformen" heißen. Um bei dieser Logik zu bleiben, ist angesichts der Regierungspraxis mein Brechreiz auch eine Lobeshymne.

Mr. Europa: Deutschland gefährdet durch Dumpinglöhne Zusammenhalt der EU

In dem Artikel „Kritik an der Exportnation - Juncker wirft Deutschland Sozialdumping vor" geht Jean-Claude Juncker, Premierminister Luxemburgs und einer der bekanntesten europäischen Politiker, auf das gravierende Problem der extremem Exportabhängigkeit Deutschlands bei gleichzeitiger Drosselung des Binnenmarktes ein. Eine ähnliche Kritik hatten vor wenigen Monaten die französische Finanzministerin Lagarde und zuvor viele Wirtschafsnobelpreisträger (z.B. Paul Krugman) und renommierte Fachleute für Volkswirtschaft, wie der für die UNO tätige Ökonom Heiner Flaßbeck oder das (einzige kompetente) Mitglied der Wirtschaftsweisen, Bofinger, veröffentlicht. Die Argumente sind schnell zusammengefaßt: während in allen Ländern um uns herum die arbeitenden Menschen einen fairen Anteil am Wirtschaftswachstum haben und die Löhne der meisten Menschen wachsen und dadurch mehr Kaufkraft am jeweiligen Binnenmarkt vorhanden ist, sinken in Deutschland nach Abzug der Inflation die Löhne seit Jahren. Die meisten Menschen haben nichts mehr von einem Aufschwung, da die Gewinne aus den Exporten bei den ohnehin schon Reichsten landen, die damit eher spekulieren, als es der Wirtschaftsnachfrage zuzuführen.
Oder um es überspitzt zu formulieren: Deutschland ist das Dumpinglohn-China Europas: mit niedrigeren Löhnen werden die Exportmarktanteile auf Kosten aller anderen vergrößert. Je mehr Deutschland dabei gewinnt, desto mehr müssen sich die anderen EU-Länder verschulden. Am Ende dieser Entwicklung steht das Zerbrechen der Währungsunion und des EU-Binnenmarktes, und Deutschland wird die Schulden der Abnehmerstaaten nicht mehr eintreiben können, weil wir diese Staaten zuvor in den Ruin getrieben haben. Damit hätten wir dann reale Waren verkauft für nichts und wieder nichts. Warum eine Bundesregierung in Deutschland nach der anderen derart volkswirtschaftlich inkompetent ist, läßt sich leicht erklären: Die Konzernbosse profitieren durch wachsende Gewinne davon, daß sie ihren Angestellten weniger Lohn zahlen und zwingen der Politik mit quasireligiöser neoliberaler Dogmatik diese falsche und vom Ausland kritisierte Sichtweise auf, selbst wenn dadurch die Gesamtwirtschaft leidet und der Abstand zwischen arm und reich sich immer weiter vergrößert.

Doch nun eine Textstelle aus dem Luxemburger Wort zur Pressekonferenz von Mr. Europa, Herrn Juncker:

„Doch das exportstarke Land muss sich zunehmend Kritik an seinem wirtschaftspolitischen Kurs gefallen lassen. Sowohl Ökonomen aus den USA als auch die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde werfen Deutschland vor, in der Krise auf Kosten der Partnerländer gespart zu haben.

Der Luxemburger Premierminister hatte schon im Frühling Lohnerhöhungen in Deutschland gefordert. Am vorigen Dienstag, beim großen Pressebriefing vor der Sommerpause, platzte Jean-Claude Juncker der Kragen. "Den Weg, wie Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert hat, würde ich in unserem Land nicht gerne gehen", sagte Juncker unverblümt und warf der Bundesregierung ganz offen "Lohn- und Sozialdumping" vor.

Explizit verglich er die Lohnentwicklung der beiden Länder: Während die deutschen Arbeitnehmer seit Beginn der Währungsunion 1999 bis heute mit einer schmalen Lohnsteigerung von zwölf Prozent vorlieb nehmen mussten, konnten sich die Luxemburger über 41 Prozent mehr Geld freuen. Wenn man die Inflation mit einbezieht, so Juncker, "hat sich das Realeinkommen der deutschen Arbeitnehmer verschlechtert". Schuld daran seien unter anderem die Hartz-Reformen, die "ganze Teile der Bevölkerung in den Niedriglohnsektor hinabgedrückt" hätten. "Millionen Menschen in Deutschland verdienen weniger als 700 Euro im Monat", regt sich Juncker auf.

Profit auf Kosten anderer?
Er wirft Deutschland vor, mit niedrigen Löhnen Profit auf Kosten anderer Länder zu machen und attackiert "eine Fehlentwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft und der Tariflandschaft".“

Montag, 9. August 2010

Dumpinglöhne und Arbeitslosigkeit betreffen nicht mehr nur Geringqualifizierte

Es gehört leider noch immer zu den unausrottbaren Märchen der offiziellen Arbeitsmarktpolitik und der neoliberalen Mietmäuler in den Medien, dass Arbeitslosigkeit und Dumpinglöhne nur Geringqualifizierte ohne abgeschlossene Berufsausbildung beträfen. Die Einführung eines bundesweiten Mindestlohns, von dem man leben und seine Familie ernähren kann, ist mehr als überfällig.
Auch wenn dies nur eine persönliche Ansicht von mir ist: jeder, der gegen die Einführung von armutsvermeidenden Mindestlöhnen ist, der vertritt damit nicht einfach nur seine Meinung, sondern demonstriert schiere Menschenverachtung - unterlegt mit sachlich falschen Argumenten, warum angeblich etwas bei uns nicht funktionieren sollte, obwohl Mindestlöhne in der absoluten Mehrheit der anderen EU-Staaten und in den Mutterländern der Marktwirtschaft wie den USA und Großbritannien seit langer Zeit eine Selbstverständlichkeit sind. Nicht nur sollten die Medien aufhören, solchen Personen immer und immer wieder ein Forum zu bieten (das wird ein Wunsch bleiben) - wir Medienkonsumenten müssen aufhören, diese Sendungen, die kritiklos die Meinung solcher vermeintlicher Experten wiedergeben, zu sehen. Das betrifft inzwischen fast alle Polittalkshows, egal, ob Anne Will oder ein anderer uninformierter Moderator der Sendung seinen Namen gibt. Boykottieren wir sie!

Sonntag, 8. August 2010

Fluor - das Gift in Alltagsprodukten: Die Lüge der Zahnmedizin und der Gesundheitsbehörden über Fluor



Anmerkung: Im Gegensatz zu den USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland wird in Deutschland nicht Fluor dem Trinkwasser beigesetzt, jedoch führt das Verschlucken von fluoridierter Zahnpasta schon zu Vergiftungserscheinungen. Auch von Teflon-Geschirr lösen sich hochgradig krebserregende Fluorverbindungen im Essen.