Dienstag, 13. Januar 2009

Annie Lennox auf dem "Stop Gaza Massacre Protest" in London am 10.1.2009

Vor 100000 Demonstranten (!) fand die berühmte Sängerin Annie Lennox auf dem "Stop Gaza Massacre Protest" in London am letzten Samstag die klaren Worte, die eigentlich Politiker sagen müßten:





In vielen Ländern der Welt fanden am letzten Samstag große Demonstrationen gegen das Vorgehen der israelischen Armee gegen die im Gazastreifen eingeschlossene palästinensische Bevölkerung statt. Hunderttausende gingen an diesem Tag in Paris, Berlin, London, Edinburgh, Jakarta, Madrid, Washington D.C. und vielen anderen Städten auf die Straße, um ihre Unterstützung für das palästinensische Volk auszudrücken und das Bombardement dieser dicht besiedelten Region zu verurteilen, dem inzwischen fast 1.000 Männer, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen sind.

Weitere Stimmen zu diesem Krieg im folgenden Clip (Zusammenfassung darunter):

Ron Paul, einer der wenigen mutigen Abgeordneten im Repräsentantenhaus, der für die Abschaffung der kriminellen und von privaten Bankenhäusern kontrollierten US-Zentralbank eintritt, erinnert bei der Abstimmung über weitere Militärhilfe für Israel daran, daß Israel mithilfe seines Geheimdienstes in den 70er Jahren Hamas selbst gegründet hat, um die Palästinenser zu spalten (im Haaretz-Archiv nachlesbar).
Zipi Livni, Außenministerin Israels und Wahlkämpferin, gibt Hamas die alleinige Schuld für diesen Krieg und beharrt darauf, daß nur auf Hamas-Kämpfer und nicht auf Zivilisten gezielt wird. Barack Obama demonstriert seltsame moralische Maßstäbe, indem er einerseits die Mumbai-Terrorangriffe verurteilt und zum Gazakrieg schweigt. Ferner sieht man Bilder vom Einsatz international geächteter Waffen in Gaza-City durch die IDF.

Es ist eine kranke Welt, die solche Verbrechen duldet! Es wäre während der Nazi-Zeit die Pflicht eines jeden gewesen, seine Stimme gegen die damaligen Verbrechen zu erheben. Wir leben jetzt und sollten jetzt unsere Stimmen gegen dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit erheben! Jeder Mensch ist gleich viel wert, egal ob schwarz, weiß, palästinensisch oder jüdisch!
Es gibt keine Menschen zweiter Klasse, aber es gibt zweitklassige Regierungen.

Uri Avnery zur Situation in Gaza, zu westlichen Medien, Wahlkampf und Armeelügen

von Uri Avnery, 10.01.2009 (gekürzte Fassung, für vollständige Fassung siehe Link unten)

Vor fast 70 Jahren wurde während des Zweiten Weltkriegs in Leningrad ein abscheuliches Verbrechen begangen. Länger als tausend Tage hielten eine Gang von Extremisten, die "Rote Armee" genannt wurde, Millionen von Einwohnern der Stadt als Geiseln und provozierte die deutsche Wehrmacht aus den Bevölkerungszentren heraus. Die Deutschen hatten keine andere Möglichkeit als die Bevölkerung zu bombardieren und sie einer totalen Blockade auszusetzen, die den Tod von Hunderttausenden verursachte.
Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchill-Bande versteckte sich inmitten in die Londoner Bevölkerung und missbrauchte Millionen von Bürgern als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.
Dies ist die Beschreibung, die jetzt in den Geschichtsbüchern stünde - wenn die Deutschen den Krieg gewonnen hätten.
Absurd? Nicht absurder als die täglichen Nachrichten unserer Medien, die so oft wiederholt werden, dass einem speiübel wird: die Hamas-Terroristen halten die Bewohner des Gazastreifen als "Geiseln" und benützen die Frauen und Kinder als "menschliche Schutzschilde", sie lassen uns keine Alternative, als massive Bombardements durchzuführen, in denen zu unserm großen Bedauern Tausende von Frauen, Kinder und unbewaffneten Männer verletzt oder gar getötet werden.
Das reale Kräfteverhältnis zwischen der israelischen Armee mit ihren Kampfflugzeugen, Dronen (unbemannte Flugmaschinen), Kriegsschiffen, Panzern, ihrer Artillerie einerseits und den paar Tausend leicht bewaffneten Hamas-Kämpfer ist 1.000:1, wenn nicht sogar 1.000.000:1.
Fast alle westlichen Medien wiederholten anfangs die offizielle israelische Propagandalinie. Sie ignorierten fast völlig die palästinensische Seite der Geschichte, ebenso wie die täglichen Demonstrationen des israelischen Friedenslagers. Die Gründe der israelischen Regierung ("Der Staat muss seine Bürger gegen die Qassam-Raketen schützen") wurde wie die reine Wahrheit akzeptiert. Der Blickwinkel von der anderen Seite, dass die Qassams nämlich nur eine Antwort auf die Belagerung seien, die anderthalb Millionen Menschen im Gazastreifen an die Grenze des Verhungerns bringt, wurde überhaupt nicht erwähnt.
Ein Beispiel für diesen Prozess lieferte die bis jetzt erschreckendste Gräueltat dieses Krieges: das Beschießen der UN-Fakhura-Schule im Jabaliya-Flüchtlingslager.
Kurz nachdem dieser Vorfall weltweit bekannt wurde, "enthüllte" die Armee, dass Hamas-Kämpfer von einem Vorplatz der Schule aus Mörsergranaten abgeschossen hätten. Als Beweis veröffentlichte man eine Luftaufnahme, auf der tatsächlich die Schule und der Mörser zu sehen waren. Aber innerhalb kurzer Zeit musste der offizielle Armeelügner zugeben, dass das Photo älter als ein Jahr sei. Also eine Fälschung.
Später behauptete der offizielle Lügner, dass "unsere Soldaten aus dem Inneren der Schule" beschossen worden seien. Aber kaum einen Tag danach musste die Armee dem UN-Personal gegenüber zugeben, dass auch dies eine Lüge gewesen war. Keiner hatte aus der Schule geschossen, keine Hamas-Kämpfer waren in der Schule, die voll verängstigter Flüchtlinge war.
Genau so ging es mit den anderen Gräueltaten. Jedes Baby wurde im Augenblick seines Todes zu einem Hamas-Terrorist. Jede zerbombte Moschee wurde sofort zu einer Hamas-Basis; jedes Wohngebäude ein Waffenversteck; jede Schule ein Terrorkommandoposten; jedes zivile Regierungsgebäude ein "Herrschaftssymbol der Hamas". Auf diese Weise blieb die israelische Armee die "moralischste Armee der Welt".
DIE WAHRHEIT ist, dass die Gräueltaten eine direkte Folge des Kriegsplanes waren. Das wirkliche Ziel (abgesehen davon, mehr Sitze bei den kommenden Wahlen zu gewinnen) ist die Beendigung der Hamas-Herrschaft im Gazastreifen.
Die Hamas-Bewegung hat bei den ausgesprochen demokratischen Wahlen, die 2006 in der Westbank, in Ostjerusalem und im Gazastreifen stattgefunden haben, die Mehrheit der Stimmen gewonnen. Sie gewann, weil die Palästinenser zur Schlussfolgerung gekommen waren, dass die Fatah durch ihre friedliche, also gewaltfreie Herangehensweise nichts von Israel erreicht hat - weder den Stopp des Siedlungsbaus noch irgendeinen bedeutsamen Schritt in Richtung eines Endes der Besatzung oder der Schaffung des palästinensischen Staates. Die Hamas ist tief in der Bevölkerung verwurzelt - nicht nur als Widerstandsbewegung, die den fremden Besatzer bekämpft so wie einst die (jüdische) Irgun und die Sterngruppe - sondern auch als eine politische und religiöse Körperschaft, die im sozialen, schulischen und medizinischen Bereich aktiv ist.
Das Leben der Bevölkerung in eine Hölle zu verwandeln, wird die Bevölkerung nicht dahin bringen, sich gegen die Hamas zu erheben, sondern das Gegenteil erreichen, sie vereinigt sich hinter der Hamas und verstärkt ihre Entscheidung, sich nicht zu ergeben. Die Bewohner von Leningrad haben sich nicht gegen Stalin erhoben, so wenig wie die von London gegen Churchill.
Ehud Barak, der in den ersten Tagen des Krieges in den Umfragen gewonnen hatte, wusste, dass seine Werte fallen würden, sobald Bilder mit toten Soldaten die Fernsehschirme füllen würden.
Deshalb wurde eine neue Doktrin formuliert: um Verluste unter unseren Soldaten zu vermeiden, solle alles, was in ihrem Weg steht, total zerstört werden. Die Planer waren also nicht nur bereit, 80 Palästinenser zu töten, um einen israelischen Soldaten zu retten, wie es schon geschehen ist, sondern auch 800.
Eine Person ohne Phantasie wie Barak (sein Wahlslogan heißt: "Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer") kann sich nicht vorstellen, wie anständige Leute rund um den Globus auf solche Aktionen wie die Tötung ganzer Großfamilien, die Zerstörung der Häuser über den Köpfen ihrer Bewohner, auf die Reihen von Jungen und Mädchen in Leichensäcken, auf die Berichte über Leute, die tagelang zu Tode bluten, weil die Krankenwagen nicht zu ihnen durchgelassen werden, auf das Töten von Ärzten und Sanitätern, die auf dem Weg sind, Leben zu retten, auf Berichte über das Erschießen von UN-Fahrern, die Lebensmittel bringen, reagieren. Die Fotos aus den Krankenhäusern mit den Toten, Sterbenden und Verletzten, die aus Platzmangel alle zusammen auf dem Fußboden liegen, haben die Welt erschüttert. Kein Argument hat die Kraft eines Bildes von einem verwundeten kleinen Mädchen, das dort auf dem Boden liegt, sich vor Schmerzen krümmt und "Mama! Mama"! schreit.
Die Kriegsplaner dachten, sie könnten die Welt daran hindern, solche Bilder zu sehen, wenn sie die Presse gewaltsam davon abhalten, zum Schauplatz der Kämpfe zu gelangen. Die israelischen Journalisten waren zu ihrer Schande damit einverstanden, die Berichte und Photos zu bringen, die sie vom Armeesprecher erhalten, als ob dies authentische Nachrichten seien, während sie selbst meilenweit von den Ereignissen entfernt blieben. Ausländische Journalisten wurden gar nicht erst zugelassen, bis sie protestierten und dann zu kurzen ausgewählten und überwachten Trips mitgenommen wurden. Aber in einem modernen Krieg kann eine solch sterile und fabrizierte Sicht alle anderen Perspektiven nicht vollständig ausschließen. Der arabische Sender Aljazeera bringt die Bilder rund um die Uhr und erreicht jedes Haus.
Hunderte Millionen Araber von Mauretanien bis zum Irak, mehr als eine Milliarde Muslime von Nigeria bis Indonesien sehen diese Bilder und sind geschockt. Viele der Fernsehzuschauer sehen die Herrscher Ägyptens, Jordaniens und der Palästinensischen Behörde als Kollaborateure Israels, das diese Gräueltaten gegen ihre palästinensischen Brüder ausführt.
Die Sicherheitsdienste der arabischen Regime registrieren eine gefährliche Unruhe in der Bevölkerung.
Das Versagen, das Wesen der Hamas zu begreifen, hat auch ein weiteres Versagen verursacht, nämlich die voraussagbaren Folgen zu verstehen: nicht nur dass Israel den Krieg nicht gewinnen kann - die Hamas kann ihn auch gar nicht verlieren.
Selbst wenn es der israelischen Armee gelingen sollte, jeden Hamas-Kämpfer bis zum letzten Mann zu töten, selbst dann würde die Hamas siegen. Die Hamas-Kämpfer würden für die arabische Nation als Vorbilder dastehen, als die Helden des palästinensischen Volkes, als Vorbilder, denen jeder junge Mann in der arabischen Welt nacheifern sollte. Die Westbank würde wie eine reife Frucht in die Hände der Hamas fallen. Die Fatah würde in einem Meer der Verachtung untergehen, die arabischen Regime wären in Gefahr, zusammenzubrechen.
Falls der Krieg mit einer noch aufrecht stehenden, wenn auch blutenden aber unbezwungenen Hamas endet - angesichts einer so mächtigen Militärmaschine wie der israelischen - dann würde dies wie ein phantastischer Sieg aussehen, wie ein Sieg des Geistes über das Material.
Was sich in das Bewusstsein der Welt einprägen wird, wird das Image von Israel als blutrünstigem Monster sein, das bereit ist, jeden Augenblick Kriegsverbrechen zu begehen, und nicht bereit ist, sich an moralische Einschränkungen zu halten. Dies wird langfristig gesehen schwerwiegende Konsequenzen für unsere Zukunft, für unsere Position in der Welt haben und für unsere Chancen, Frieden und Ruhe zu erlangen.
Am Ende ist dieser Krieg auch ein Verbrechen gegen uns selbst, ein Verbrechen gegen den Staat Israel.

Link zum vollständigen Artikel:
Links zum Einsatz geächteter Waffen im Gaza-Krieg
Parteien der arabischen Minderheit (20% der Bevölkerung) in Israel von Wahl im Februar ausgeschlossen - kann Israel noch als einzige Demokratie des Nahen Ostens bezeichnet werden? Links hierzu:

Zweiklassenjustiz: Nach „too big to fail“ nun „too rich to arrest“?

Wie die neoliberale Illustrierte „Der Spiegel“ berichtet, muß der wegen massivem Steuerbetrug angeklagte Ex-Chef der Post-AG Zumwinkel keine Haftstrafe befürchten. Die Staatsanwaltschaft beschränkt sich darauf, nur eine Bewährungsstrafe zu fordern. Diese Zweiklassenjustiz reiht sich ein in ebenfalls viel zu milde Strafen für den Chef der Deutschen Bank - Ackermann, für den Chef von Mannesmann – Esser, Siemens-Chef Kleinfeld und viele andere. Allerdings ist diese Art von Zweiklassen-„Recht“ nicht nur typisch für das derzeitige Deutschland, sondern die Begleitmusik für den Übergang in einen Neofeudalismus weltweit. Ein Blick in die USA genügt: „Der mutmaßliche Milliarden-Betrüger Bernard L. Madoff muss weiterhin nicht Untersuchungshaft, obwohl er offenbar versucht hat, Uhren und Schmuck im Wert von einer Million Dollar beiseitezuschaffen. Ein New Yorker Richter habe am Montag die Forderung der Staatsanwaltschaft abgelehnt, Madoff ins Gefängnis zu bringen, wie die “New York Times” berichtete.“ (Frankfurter Rundschau)

Wieviele Beweise brauchen die Bürger noch, daß dieses Wirtschaftssystem sowohl die Judikative, die Exekutive und auch die Legislative bis zur Unkenntlichkeit korrumpiert hat? Wann erheben wir uns endlich von den Knien und lernen den aufrechten demokratischen Gang, um uns dann den Staat zurückzuholen und die Wirtschaft in den Dienst aller Menschen zu stellen?

Links hierzu:

Privatrenten: Ex-Ministerpräsident Dänemarks spricht im Bezug auf Deutschland davon, „dass man mit dem Geld, das man in Pensionsfonds anlegt, seine eigene Kündigung finanziert.“

Im Rahmen der ZDF-Sendung „Frontal 21“ wurde Poul Nyrup Rasmussen, der ehemalige Ministerpräsident Dänemarks zum Thema „Private-Equity-Firmen“ befragt. Seine Schilderung über deren Geschäftsgebaren ließe sich mit dem Wort „Wirtschaftsvampire“ treffend beschreiben:

“Wir wissen jetzt …, dass 70 Prozent der Unternehmen, die in der jetzigen Krise Probleme haben, diese Probleme nur deshalb haben, weil sie Private-Equity-Gesellschaften gehören oder vor kurzem von Private-Equity-Gesellschaften verkauft wurden …70 Prozent aller Unternehmensinsolvenzen sind auf eine Überschuldung aufgrund von Private-Equity-Investitionen zurückzuführen … Über die Hälfte aller Unternehmensanleihen werden mittlerweile mit B- bewertet, sind also so genannte Junk Bonds, und das kommt daher, dass sich diese Unternehmen im Besitz von Private-Equity-Fonds befinden (…)
Und schließlich sollten wir uns wirklich fragen, ob es künftig sinnvoll ist, dass Pensionsfonds in Private-Equity-Fonds investieren. 40 Prozent des Kapitals der Private-Equity-Gesellschaften stammt von Pensionsfonds, von Unternehmen mit betrieblicher Altersversorgung oder Rentenversicherungen. In Deutschland kann man teilweise davon sprechen, dass man mit dem Geld, das man in Pensionsfonds anlegt, seine eigene Kündigung finanziert.”

Anmerkung: In welch pervertiertem Staat leben wir eigentlich, in dem die Regierung unisono mit den Medien genau diese Art von Geschäften gesetzlich und medial gefördert hat und gleichzeitig über Heuschrecken schimpft? Diese Heuchelei ist und bleibt unerträglich. Ist diese Art parasitären Befalls gesunder Unternehmen die vielbeschworene Nachhaltigkeit? Warum sind die aktuelle und die letzte Regierung auch noch stolz auf die "Auflösung der Deutschland-AG"?
Die Beschreibung von manchen Wirtschaftssubjekten als Heuschrecken war durchaus zutreffend. Gegen diese dann aber nicht nur nichts zu unternehmen, sondern gar noch die Gesetze dahingehend zu lockern, daß solche Raubgeschäfte noch gefördert werden, spricht Bände über die Verfilzung der - neben der Rüstungsindustrie - widerwärtigsten und abstoßendsten Elemente dieses Wirtschaftssystems mit der Regierung, die immer wieder aufs neue ihren Amtsschwur bricht, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Worte ohne Taten – ein Vorgeschmack auf den Bundestagswahlkampf. Was uns mit einer weiteren wirtschaftshörigen Regierung nach den Wahlen stattdessen erwarten könnte, ließ der frühere Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, am 16. Dezember 2004 auf Phoenix blicken:
“Am 9.September 1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht. Hartz V bis VIII werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf, und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum noch wahrzunehmen ist!”
Diese Republik ist zu einer Wirtschaftsdiktatur verkommen. Es ist Zeit, aus der medialen Dauerhypnose zu erwachen und endlich eine echte Demokratie von dem Volk und für das Volk einzufordern! Wieviel lassen sich die Bürger dieses Landes nach den staatlichen Bankenmilliarden, für deren Zinsen jeder Steuerzahler bluten muß, noch bieten?

Link hierzu:
Frontal 21 - Schaden durch Gier

Freitag, 9. Januar 2009

Menschheit vor elementarem Bewußtseinssprung - naht ein Paradigmenwechsel?

Dr. Dieter Broers (Freie Universität Berlin), Biophysiker und Schriftsteller, ist davon überzeugt, daß sich die Menschheit vor einem Bewußtseinssprung befindet, der nach und nach mehr Menschen erfaßt und spätestens im Jahr 2012 den gesamten Globus erfassen wird. Inwiefern man Herrn Broers folgt, ist jedem selbst überlassen.

Auf dem Feld der Wissenschaften findet derzeit eine regelrechte Revolution statt, die über das Einsteinsche Weltbild hinausgeht.
Hier der Trailer zum Film „[R]Evolution 2012“, der in den nächsten Monaten erscheinen wird:

Hier ein interessantes Interview mit Dr. Broers, der mit seinem Schriftsteller-Synonym „Morpheus“ angesprochen wird:

Mutige junge Frau stellt sich IDF-Soldaten in den Weg, die auf Jugendliche zielen

In diesem Videoclip (ca. ab 50. Sekunde) stellt sich eine junge Frau vor die Gewehre von zwei israelischen Soldaten, die zwei Jugendliche Palästinenser ins Visier nehmen. Diese Zivilcourage und der gezeigten Mut werfen die Frage auf, inwiefern man sich selbst kompromisslos für das Leben anderer einsetzt, wenn es bedroht ist.

Nahostkonflikt-Berichterstattung: USA und Großbritannien im Vergleich

Die Dokumentation „Peace, Propaganda & the Promised Land“ (2003) liefert dem Zuschauer einen treffenden Vergleich zwischen der Berichterstattung über die Nahostkrise durch die US-Medien und der internationalen, insbesondere der britischen Berichterstattung. Es werden strukturelle Verzerrungen in der U.S.-Berichterstattung und ihre Folgen in der öffentlichen Meinungsbildung aufgezeigt. Die in den Medien absolut unterrepräsentierten israelischen Friedensorganisationen kommen zu Wort, und der Linguist Prof. Noam Chomsky geht auf die Sprachwahl ein, mit der ein festgelegtes Bild beim TV-Zuschauer oder Zeitungsleser über den Nahostkonflikt erzielt wird.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Zerstörung bleibt Zerstörung - unabhängig vom dahinterstehenden System

"Was für einen Unterschied macht es für die Toten, die Waisen und die Obdachlosen, ob die wahnsinnige Zerstörung unter dem Namen des Totalitären oder unter dem heiligen Namen der Freiheit oder der Demokratie geschmiedet wurde?"

"What difference does it make to the dead, the orphans and the homeless, whether the mad destruction is wrought under the name of totalitarianism or the holy name of liberty or democracy?"


Mahatma Gandhi (1869 - 1948) in "Non-Violence in Peace and War"

Jetzt in deutscher Fassung: "Kriegsrecht 9/11 - Der Aufstieg des Polizeistaats"

Zunehmende staatliche Überwachung, Terrorismus, der Gang in den Polizeistaat - in der Endphase eines korrupten Systems kann dieses nur noch mit Zwang, Kontrolle und Unterdrückung des demokratischen Willens aufrecht erhalten werden. Diese Entwicklung betrifft den gesamten Westen und wird in diesem Film exemplarisch an den USA vorgeführt.

Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte sollten wir besonders wachsam sein und nicht erneut den Fehler zulassen, erneut stillschweigend Schritte in eine Diktatur hinzunehmen. Jede Regierung kann nur so weit gehen, wie es das Volk zuläßt.

Hier nun die deutsche Fassung des Films von Alex Jones: "Martial Law 911 - Rise of the Police State" (2005)

Mittwoch, 7. Januar 2009

Riesterrente: herausgeschmissenes Geld, Geschenk an internationale Finanzspekulation & gravierende politische Korruption – Albrecht Müllers Redebeitrag „Rentenreform als Teil der Reformlüge“

"Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit."
George Orwell, 1984

Auf einer Veranstaltung im Oktober 2008 fand eine Veranstaltung statt, in welcher Albrecht Müller von den nachdenkseiten.de, Norbert Blüm und andere Klartext über einen der größten Fälle politischer Korruption der Bundesrepublik sprechen.

In seiner Rede geht er auf den Demokratieverfall in Deutschland ein, spricht über die medial gesteuerte öffentliche Meinung und begründet, warum Globalisierung und Demografie als Begründung für Sozialabbau einem kritischen Blick nicht standhalten können. Ferner nimmt er diverse neoliberale Legenden und Lügen auseinander, wie z.B. daß wir in einem überdimensionierten Verteilungsstaat leben, daß wir einen Reformstau hätten und daß Strukturreformen unumgänglich wären. Diese krankhafte Ideologie, die nur dem Geldadel nutzt, hat die Leistungsfähigkeit des Staates durch eine Steuersenkung für die Oberschicht nach der anderen zerstört, hat die Schulen und Hochschulen verkommen lassen und die Absicherung für Arbeiter und Angestellte im Fall der Arbeitslosigkeit abgewrackt. All dies wurde von den Massenmedien propagandistisch begleitet, wie auch die Kampagne zur Zerstörung der für Konzerne unliebsamen Personen wie Ypsilanti. Auch sind viele Privatisierungen vollkommen sinnlos und nur dann nachvollziehbar, wenn man danach fragt, wer daran verdient.

Um das Ergebnis für diejenigen, die sich Riesterrenten überhaupt leisten können, zusammenzufassen: Die Privatrente ist vor der Finanzkrise – anders als die gesetzliche Rente – nicht geschützt. Sie können froh sein, wenn Sie das Eingezahlte zurückerhalten, denn die Zinsen liegen unterhalb der Inflation, und die staatliche Förderung landet beim privaten Versicherungskonzern, der damit das labile internationale Finanzcasino weiter unnötig befeuert.

Wie es zu dieser Korruption der Politik im Dienste der Versicherungskonzerne und auf Kosten der meisten Bürger kommen konnte – hier nun Albrecht Müllers Rede als MP3 und als Video:


Montag, 5. Januar 2009

John Pilger: im Westen ungezeigte Bilder über den Nahost-Konflikt

John Pilger ist für Regierungen der wahrscheinlich unbequemste Journalist der Welt. Sein Werk wurde unter anderem mit folgenden Auszeichnungen gewürdigt:
  • Descriptive Writer of the Year (1966)
  • Reporter of the Year (1967)
  • Journalist of the Year (1967)
  • International Reporter of the Year (1970)
  • News Reporter of the Year]] (1974)
  • Campaigning Journalist of the Year (1977)
  • Journalist of the Year (1979)
  • UN Media Peace Prize, Australien 1979 - 80
  • UN Media Peace Prize, Gold Medal, Australien 1980 - 81
  • TV Times Readers' Award (1979)
  • The George Foster Peabody Award, USA (1990)
  • American Television Academy Award (Emmy) (1991)
  • British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) - The Richard Dimbleby Award (1991)
  • Reporters Sans Frontiers Award, Frankreich (1990)
  • International de Television Geneve Award (1995)
  • The Monismanien Prize (Schweden, 2001)
  • Sophie-Preis (2003)
  • EMMA Media Personality of the Year (2003)
  • Royal Television Society: beste Dokumentation Großbritanniens (2004/2005)
Neben vielen anderen Konflikten hat er auch 2 Dokumentarfilme über den israelisch-palästinensischen Konflikt gedreht und zeigt Stimmen von beiden Seiten mit Bildern, die man im europäischen oder nordamerikanischen Fernsehen vergeblich sucht. Erschütternd, aber auch wegweisend sind die hier gezeigten Einsichten eines israelischen Vaters, der seine Tochter bei einem palästinensischen Selbstmordanschlag verloren hat und dennoch Versöhnung und nicht Vergeltung anstrebt. Wenn jemand wie er dies kann, dann sollte man so etwas auch von politischen Entscheidungsträgern erwarten dürfen. "Palestine Is Still the Issue":

Uri Avnery – Vorkämpfer für einen gerechten Nahost-Frieden

Uri Avnery wurde 1923 in Beckum/Westfalen geboren und floh mit seiner Familie vor dem Nazi-Regime 1933 nach Palästina. Von 1938 bis 1942 war er Mitglied der Nationalen Militärischen Organisation "Irgun" und leistete seinen Militärdienst 1948 als Mitglied einer Kommandotruppe beim Palästinakrieg ab, in dem er zwei mal schwer verwundet wurde. Er ist ein Gründungsmitglied des israelischen Friedensblocks "Gush Shalom" und war zwischen 1969 bis 1981 in insgesamt 3 Amtsperioden Mitglied des israelischen Parlaments, der Knesset. Ferner war und ist er journalistisch tätig (1950-1990 Herausgeber und Chefredakteur des Haolam Haseh Nachrichtenmagazins und Kolumnist für Maariv, Tel Aviv). Seine Verdienste um den Frieden wurden bisher mit folgenden Auszeichnungen gewürdigt:
  • Ehrenbürgerschaft des Dorfes Abu-Ghosh bei Jerusalem, in Anerkennung seines Anteils an der Verhinderung der Vertreibung des Dorfes, 12. Dezember 1953
  • Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück , 21. Juni 1995
  • Ehrenbürgerschaft der Stadt Kafr Kassem, in Anerkennung seines Anteils an der Aufdeckung des Massakers, verliehen am 40. Jahrestag, 31. Oktober 1996
  • Aachener Friedenspreis (zusammen mit Gush Shalom), 1. September 1997
  • Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte, 22. Januar 1998
  • Niedersachsen-Preis für hervorragende publizistische Leistungen, 11. Februar 1998
  • Palästinensischer Preis für Menschenrechte, verliehen von LAW, die palästinensische Gesellschaft für Menschenrechte, Jerusalem 7. Juni 1998
  • Alternativer Nobelpreis (Right Livelihood Award 2001), Uri und Rachel Avnery und Gush Shalom, 4.Oktober 2001, Verleihung 7. Dezember 2001
  • Ehrenmitgliedschaft von Rachel und Uri Avnery in der Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V., Osnabrück, 2. Mai 2002
  • Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg, Verleihung 4. Mai 2002
  • Lew-Kopelew-Preis, Köln, Verleihung März 2003
Aus Respekt vor Avnerys mutigem Einsatz für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina werde ich seine eigenen Worte sprechen lassen:

Avnery zu den israelischen Friedensbewegungen:
„Diese Bewegungen können mit einem kleinen Rad mit eigenem Antrieb verglichen werden, das ein größeres Rad antreibt, das wiederum ein noch größeres Rad in Bewegung setzt und so weiter, bis die ganze Maschine in Aktion gerät. Alle früheren Errungenschaften der israelischen Friedenskräfte waren auf diese Weise erreicht worden wie z.B. die israelische Anerkennung der Existenz des palästinensischen Volkes, die weite öffentliche Akzeptanz der Idee eines palästinensischen Staates, die Bereitschaft, mit Verhandlungen mit der PLO zu beginnen, einen Kompromiss über Jerusalem einzugehen u.s.w..“

Avnery listet 12 konventionelle Lügen über den Nahostkonflikt auf:
„1. „Barak hat jeden Stein umgedreht, um Frieden zu machen

Barak hat nicht einen Quadratmeter besetztes Land zurückgegeben. Die Wahrheit ist, dass er jeden Stein umgedreht hat, um Siedlungen zu bauen. Seit seinem ersten Tag im Amt hat er das Tempo beschleunigt, um unter dem Vorwand, bestehende Siedlungen zu erweitern, neue Siedlungen zu errichten, Land zu enteignen, palästinensische Häuser zu demolieren, und „Umgehungsstraßen“ zu bauen, deren Hauptzweck es ist, palästinensisches Land den „Siedlungsblocks“ hinzuzufügen, die er für Israel annektieren will. In all diesen Aktivitäten hat Barak mehr getan als Netanyahu.
Auch auf politischem Terrain hat Barak Netanyahu die Schau gestohlen. Bibi hat wenigstens den größeren Teil der Stadt Hebron an die Palästinenser zurückgegeben.

2. „In Camp David ging Barak weiter als jeder frühere Premierminister

Selbst wenn dies wahr wäre, bedeutet es sehr wenig. Wenn ein Marathonläufer (Netanyahu) nach einer Meile aufgibt und ein anderer (Barak) erst nach drei Meilen aufgibt, ist der Unterschied zwischen ihnen wirklich nicht bedeutsam. Was bedeutsam ist, ist dass keiner von beiden – nach 26 Meilen – sich dem Ziel genähert hat.
Baraks Vorschläge in Camp David waren weit entfernt vom notwendigen Minimum, um mit dem palästinensischen Volk und der ganzen arabischen Welt Frieden zu schließen: die palästinensische Herrschaft über Ost-Jerusalem und besonders über den Bereich der beiden Moscheen (Haram Al-Sharif).
Barak deutete in Camp David an, dass er einige kosmetische Korrekturen in Betracht ziehen würde (wobei er tatsächlich einige israelische Tabus gebrochen hätte) aber in Wirklichkeit lehnt er die palästinensische, die arabische und die muslimische Herrschaft über den Bereich der heiligen Moscheen und die größeren arabischen Stadtteile ab. Genau deshalb war der Gipfel ein Fehlschlag und die Eskalation begann und führte zur Al-Aksa-Intifada.

3. „Arafat ließ den Camp David Gipfel platzen

Am Vorabend seines Abfluges zum Gipfel, verkündigte Barak fünf „rote Linien“, die er unter keinen Umständen überschreiten wolle. Unter diesen waren die israelische Herrschaft über ganz Jerusalem, keine Rückkehr zu den 1967er Grenzen, 80% der Siedler sollten dableiben, wo sie sind; keine Rückkehr eines einzigen Flüchtlings nach Israel !!! Danach hat er einige dieser Standpunkte etwas korrigiert, aber nicht so, um in die Nähe einer Übereinkunft zu kommen.

4. „Wir haben immer nur gegeben und gegeben – Arafat dagegen hat nichts gegeben.

Als die Palästinenser sich mit einem Friedensabkommen einverstanden erklärten, das auf der Grenze von vor 1967 basiert – die Grüne Linie – hatten sie schon im voraus 78% des Landes zwischen dem Meer und dem Jordan aufgegeben. Sie waren bereit, ihren Staat in den restlichen 22% zu errichten. Unsere Regierung wünschte einen „Kompromiss“ über dieses Gebiet in dem Sinne: „was mein ist, ist mein und was euer ist, darüber wollen wir reden“.
(Der sachliche Hintergrund am 29. November 1947 gab der UN-Teilungsbeschluss dem jüdischen Staat 55% und dem arabischen Staat 45% von Palästina. In dem sich anschließenden Krieg – den die Araber begannen – eroberten wir die Hälfte des Landes, das den Arabern zugesprochen war. So kam es zur „Grünen Linie“ und ließ 78% des Landes in unserer Hand.)
Das Problem wird nicht nur mit Prozenten ausgedrückt. Barak scheint nur um 10% der besetzten Gebiete zu handeln. In Wirklichkeit sind es nahezu 30%, wenn man die Gebiete berücksichtigt, die er dem Jerusalemer Bereich und dem Jordantal anzuschließen und unter seiner „Sicherheitskontrolle“ zu bringen wünscht. Es ist sogar noch schlimmer: auf der den Palästinensern vorgelegten Karte sind die Prozentteile des Landes von Osten nach Westen und vom Norden zum Süden zerschnitten, sodass der palästinensische Staat aus einer Gruppe von Inseln besteht, die jede von israelischen Siedlern und Soldaten umgeben ist.

5. „Wie kann man mit den Palästinensern Frieden machen, wenn sie jedes Abkommen brechen?

Nun, die palästinensischen Verletzungen sind im Vergleich zu unsern nur geringfügig. Vor dem Ende der 5jährigen Interimsperiode (Mai 1999) hätte die IDF sich von der ganzen West Bank und aus dem Gazastreifen zurückziehen sollen, mit Ausnahme „spezifischer militärischer Bereiche“, den Siedlungen und Jerusalem. Barak weigerte sich, dies selbst zu diesem späten Termin zu tun. Außerdem sollten vier sog. sichere Passagen zwischen der Westbank und dem Gazastreifen schon seit langem in Betrieb sein. In Wirklichkeit wurde nur eine geöffnet und diese eine kann nur nach vielen Schikanen von den Palästinensern benützt werden.

6. „Barak ist der Erbe Rabins.

Weit entfernt. Innerhalb weniger Monate gelang es ihm nicht nur das, was Rabin erreicht hat, zu zerstören, sondern auch Begins Werk. Er hat das Oslo-Abkommen begraben, (das er von Anfang an ablehnte) und zerstörte die Beziehungen, die mit großer Mühe zwischen Israel und einer Anzahl arabischer Staaten aufgebaut worden war. Er hat Unruhe selbst unter den Arabern Israels geschaffen. In vieler Hinsicht hat er uns auf die Zeit von 1948 oder sogar 1936 zurückgeworfen.

7. „Der Lynchmord in Ramallah zeigt, dass die Araber wie Tiere sind.

In einer Konfrontation wie dieser zeigt jeder auf die Greueltaten, die die andere Seite begeht, und „vergisst“ die Greueltaten, die die eigene Seite begeht. Israel zeigt das abscheuliche Lynchen, die Palästinenser zeigen das Töten des 12jährigen Muhamed Al-Dura in den Armen seines Vaters und die besonders tödlichen Hochgeschwindigkeitsgeschosse, die von den israelischen Scharfschützen gegen Steine werfende Kinder benützt werden. Unsere Gewalttaten seien die Antwort auf die Aktionen der Palästinenser – ihre seien die Antwort auf unsere. Es ist ein Teufelskreis.

8. „Die palästinensischen Medien sind ein Instrument der Aufwiegelung

Das ist wahr, aber unglücklicherweise gibt es in dieser Hinsicht keinen großen Unterschied zwischen ihren und den unsrigen. Unsere und die ihrige haben dieselbe Sprache, die den Richtlinien von oben gehorchen. Wenn palästinensische Fernseh-Shows immer wieder das Bild von dem sterbenden Jungen in seines Vaters Armen zeigen, dann ist das Aufwiegelung. Wenn unser Fernsehen Dutzende Male am Tag, Tag um Tag das grässliche Lynchen in Ramallah zeigen, dann ist das Aufklärung.

9. „Sie schießen auf uns – und die israelische Armee übt sich in Selbstbeherrschung

Es ist seltsam, dass während der zwei Wochen „Selbstbeherrschung“ über 110 Palästinenser und 3 israelische Soldaten getötet worden sind. Kein israelischer Offizier hat erklärt oder wurde nach einer Erklärung dieses eigenartigen Verhältnisses gefragt.
(Die Erklärung ist natürlich, dass die israelische Armee schon lange im voraus Scharfschützen trainiert hat, um eine Person unter den Demonstranten auszuwählen, durch ein Teleskop genau diese als Ziel anzupeilen und mit einer speziellen tödlichen Kugel von hoher Geschwindigkeit zu treffen. Statt das Gebiet zu befrieden, wie beabsichtigt, hat diese Methode das Gebiet noch mehr in Aufruhr gebracht. Jedes Begräbnis führte zu einer neuen Konfrontation.)

10. „Die Araber schicken ihre Kinder gegen unsere Armeeposten, damit sie getötet werden können, um Bilder für die Weltmedien zu produzieren.

Das ist eine abscheuliche Anklage, die einen widerlichen Rassismus verrät. Sie lässt glauben, dass es arabische Eltern gleichgültig lässt, wenn ihre Kinder sterben.
Im Kampf, der von unseren Untergrundorganisationen vor 1948 und von unserer Armee während des Unabhängigkeitskrieges, ausgetragen wurde, spielten Jungen und Mädchen eine wichtige Rolle. Das Waffentraining der palästinensischen Jungen heute ist nichts anderes als das unserer Gadna-Jugend-Bataillons. Der Junge, der 1948 im Kibbuz Degania einen syrischen Tanker zerstörte, ist ein Nationalheld geworden. Wenn ein Volk um seine nackte Existenz und Freiheit kämpft, geht es nicht anders, als dass die Jugend mit daran teilnimmt. (Ich trat der Irgun, die von den Briten als terroristische Organisation definiert wurde, im Alter von 14 ½ Jahren bei. Mit 15 trug ich Pistolen.)
Übrigens, Johanna von Orleans war 16 Jahre alt, als sie die französische Armee in die Schlacht führte.
Die Siedler bringen ihre Kinder und Säuglinge, normalerweise ohne zu zögern, in gefährliche Situationen.

11. „Noch einmal wird bewiesen, dass die ganze Welt gegen uns ist. Sie sind alle Antisemiten.

Die öffentliche Weltmeinung ist immer auf Seiten der Unterdrückten. In diesem Kampf sind wir Goliath und sie sind David.
In den Augen der Welt kämpfen die Palästinenser einen Befreiungskampf gegen eine feindliche Besatzung. Wir sind in ihrem Land – nicht sie in unserem. Wir siedeln auf ihrem Land – nicht sie auf unserem. Wir sind die Besatzer, sie sind die Opfer. Dies ist die objektive Situation und kein Propagandaminister (wie Herr Nachman Shai) kann dies ändern.

12. „Wir haben keinen Partner für den Frieden“.

Stimmt, wir haben keinen Partner für einen Frieden, den die Palästinenser als eine Kapitulation gegenüber israelischen Ultimatums sehen. Tatsächlich hätten wir einen Partner für einen Frieden, der auf Gleichheit und gegenseitigem Respekt beruht.
Die Lösung ist ganz klar: der Staat Palästina muss innerhalb der vor 1967er-Grenze errichtet werden mit Jerusalem als der Hauptstadt von zwei Staaten: Ost-Jerusalem mit dem Harm Ash-Sharif muss zu Palästina gehören – West-Jerusalem mit der Klagemauer und dem jüdischen Viertel muss zu Israel gehören. Wenn diese Lösung im Prinzip akzeptiert wird, können Verhandlungen über die andern Probleme beginnen: Sicherheit, die auf Gegenseitigkeit beruht, Austausch von Gebieten, eine moralische und praktische Lösung für die Flüchtlinge, Wasserzuteilung usw..

Dieser Frieden wird zustande kommen – weil die einzige Alternative für beide Seiten die Hölle bedeutet.“

Link zu der deutschen Version seiner Homepage:
Frieden in Israel und Palästina

-> Mischen Sie sich ein: Online-Petition an den UN-Sicherheitsrat, die Europäische Union, die Arabische Liga und die USA zum Stop der Gewalt in Gaza und der Einleitung eines Friedensprozesses

Israelische Zwölftklässler, die lieber ins Militärgefängnis gehen, als Wehrdienst abzuleisten

"Der Krieg kann nur auf eine einzige Weise verhindert werden: durch die Weigerung der Menschen, in den Krieg zu gehen."
"Das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen."
Albert Einstein

Es erfordert Mut für diese jungen Menschen, die Konsequenzen ihrer Wehrdienstverweigerung zu tragen. Diese Schulabsolventen (hebräisch für Zwöftklässler: Shministim) werden dafür verhaftet, sich nicht an der Okkupation der palästinensischen Gebiete zu beteiligen.

Jewish Voice for Peace - eine Stimme, die gehört werden muß:

Links hierzu:
Zeitungsartikel zu den Verweigerern:

Volksverblödung zur Heranzüchtung unmündiger Konsumenten für Wirtschaftswachstum

Wieder einmal muß das politische Kabarett – hier vertreten durch Georg Schramm - die Aufgabe übernehmen, die eigentlich die Nachrichten erfüllen sollten: